Die dorfgeschichtliche Sammlung in Schacht-Audorf hat endlich mehr Platz. Ab sofort wird das gesamte Dachgeschoss des Verwaltungsgebäudes in der Kieler Straße für das Museum genutzt. Gestern unterschrieben Bürgermeister Eckard Reese und der Vorsitzende des Heimatvereins, Heinz Baumann, den Vertrag, in dem die Gemeinde dem Verein die Räume unentgeltlich überlässt.
"Schacht-Audorf kann stolz auf seine Bürger sein, die mit so viel ehrenamtlichem Engagement eine beachtliche Sammlung aus der Geschichte der Gemeinde zusammengetragen haben", betonte Eckard Reese. Daher wolle man den Heimatverein, der Träger des Museums ist, gerne durch die Überlassung der Räume unterstützen.
Insgesamt stehen dem Museum jetzt 230 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung. Seit fünf Monaten haben die Mitglieder des Heimatvereins in Eigenleistung den Rest des Dachbodens ausgebaut, um auch den neuen zweiten Raum für die Ausstellung herzurichten. Die Kosten für das Material, rund 6000 Mark, übernahm die Gemeinde. "Nur durch diese Eigenleistung war der Ausbau überhaupt möglich. Wir halten den Mitgliedsbeitrag niedrig: da kommen keine großen Summen zusammen. Wir sind auf Spenden und die Utnerstützung der Gemeinde angewiesen", berichtet Heinz Baumann. Besonders aktiv beim Ausbau mitgearbeitet haben neben Baumann Rolf Beth, Edmund Bethke, Heinz Föllscher, Johann Haecks, Heinz Legrum, Peter Martens, Gisela Rothe, Udo Rzymianowicz und Hubert Siebert.
Nachdem die Platzprobleme gelöst sind, wollen sich die eifrigen Sammler einer neuen Herausforderung stellen. Die Exponate müssen erfasst und inventarisiert werden. Nur so lassen sich die einzelnen Stücke eindeutig zuordnen und mit ihrer Geschichte verbinden. Mit Karteikarten will der Heimatverein jedoch garnicht erst beginnen. Effektiv lasse sich das heute nur noch mit elektronischer Datenverarbeitung lösen. Da liegt jedoch das Problem. "Wir haben nämlich keinen Computer für unser Museum und der Verein hat auch nicht die Mittel einen zu kaufen", bedauert Heinz Föllscher. Jetzt hoffen die "Hüter der Vergangenheit" auf eine Spende von Unternehmen oder Bürgern. "Wir brauchen ja nicht das schnellste und modernste Gerät", sagt Föllscher. Hauptsache, der Speicher sei groß genug, um alle Daten zu fassen. "Unser Computer muss nicht schnell sein. In einem Museum geht es bekanntlich nicht um Geschwindigkeit", meint auch Heinz Baumann.
Besichtigt werden kann das Museum im Dachgeschoss der Amtsverwaltung jeden Dienstag zwischen 9 und 12 Uhr. Dann sind die Mitlglieder des Heimatvereins ohnehin mit Arbeiten in der Sammlung beschäftigt. Ansonsten sind Besuche nur nach Absprache möglich. Der Eintritt ist frei. Ansprechpartner sind Heinz Föllscher, Telefon 04331-92421, Heinz Baumann (9747) und Johann Haecks (93030). Auch Führungen sind möglich.
Besonders beliebt ist der Museumsbesuch bei Familienfesten. "Das ist dann immer eine Zeitreise für mehrere Generationen. Die Älteren können den Jüngeren zu vielen Ausstellungsstücken ganz individuelle Erinnerungen erzählen", berichtet Föllscher.
Eine Möglichkeit zum Museumsbummel gibt es für alle Bürger ohne Anmeldung beim Tag der offenen Tür während des Dorfstraßenfestes am 9. September. "Wir zeigen dabei nicht nur die Vergangenheit unserer Gemeinde, sondern den vielen Spendern auch, dass ihre Sachen bei uns gut aufgehoben sind. Es kommt immer wieder etwas Neues hinzu Unser Museum lebt und deshalb lohnt sich ein Besuch immer", versichern die Gründer.
Vorsitzender/Bürgermeister: Eckard Reese, SPD
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